Träume und Traumdeutung
Der Wiener Arzt Sigmund Freud (1856-1939) veröffentlichte im Jahr 1899/1990 seine Theorie
der Traumdeutung, in der er davon ausgeht, dass das Unbewusste eines Menschen sich in seinen
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Träumen Ausdruck verschafft. Auf literarische Weise verarbeitet Arthur Schnitzler Motive seiner
eigenen Träume, die er in seinen Tagebüchern notiert hat, in der Traumnovelle.
Doch sind es wirklich Träume oder kann man von Wirklichkeit sprechen?!
Am Schluss des Stückes gibt es ein Nacherleben des Traumes in der Wirklichkeit. Ein
verschwimmen von Realität und Wirklichkeit geschieht, als Albertine während des Schlafes
(Traumes) lacht. Sie erzählt ihm, sie sei mit ihm am Wörtersee gewesen; beide, angezogen wie
Prinz und Prinzessin, seien sie über die Landschaft hinweg geflogen. Das sei ihre Hochzeitsreise
gewesen. Auf einer Wiese seien sie gelandet und hätten sich dort geliebt. Beim Aufwachen am
nächsten Morgen sei die Kleidung weg gewesen, und Fridolin sei entsetzt ins Tal gestürzt, um
Kleidung zu besorgen. Während seiner Abwesenheit sei ein Däne gekommen und habe sie auf
der Wiese verführt, während um sie viele andere Paare waren. Fridolin indessen sei
festgenommen und nackt in einem Burghof angekettet worden. Die Fürstin habe ihn begnadigen
wollen, wenn er ihr Liebhaber sein würde, doch er sei Albertine treu geblieben. Daraufhin sei
Fridolin in einem Folterkeller gelandet, die Fürstin sei hinzugetreten, um den Grausamkeiten
zuzusehen, und sie habe ausgesehen wie das Mädchen am Strand in Dänemark. Schließlich sei
auf der Blumenwiese ein Kreuz für Fridolin errichtet worden, wo man ihn vor Albertines Augen
angeschlagen habe. Albertine habe keinerlei Mitgefühl empfunden, sondern ihn sogar verhöhnen
wollen für seine Treue zu ihr. Dennoch sei sie ihm entgegen gelaufen, doch sie hätten einander
verfehlt und sie habe ganz laut gelacht, um ihn wenigstens ihre Stimme hören zu lassen.
Ist ihre Ehe eine Traumvorstellung? Es halten beide an einem Idealbild fest, sowohl vom Partner
als auch von der Ehe an sich. Außerdem entsprechen sie ebenfalls auf den ersten Blick dem
Idealbild einer Familie sie sind glücklich verheiratet und haben Kinder.
Hier entsteht die Frage ob Arthur Schnitzler mit der Traumnovelle sein eigenes Leben verarbeitet
hat. Die Repräsentanz von Albertine könnte für seine erste Frau stehen, die Gemeinsamkeiten
von Friedolin und ihm selber.
Die Beziehungen von Friedolin werden immer unpersönlicher. Zuerst Albertine mit allen ihren
Facetten, also auch den Kindern, dann Mizzi, zu der er eine sehr unpersönliche Beziehung hat. Sie
ist eine Prostituierte mit der er dann doch nur reden möchte und zum Schluss die
Geheimgesellschaft mit verschleierten Frauen.

